Nachruf für unsere Mäuse Jerry und Flecky
Seit April 2008 leben in unserem Haus nicht nur unsere Familie – mein Mann, meine Tochter und ich – sondern auch unser Hund Zorbas und unsere Mäuse. Die erste Maus war Jerry, der im Alter von 2 Jahren am 13.12.08 verstarb – die anderen 3 Mäuse sind der Mäusepapa Flecky, der am 21.08.09 verschieden ist, und seine beiden Söhne Gerry und Bobby, die nun zu zweit im Luxuskäfig residieren.
Die Maus Jerry war unwahrscheinlich zutraulich, da der kleine Kerl alleine in dem Luxuskäfig wohnte. Leider konnten wir ihm keinen Käfiggenossen präsentieren, da er nach Informationen vom Tierheim, wo wir ihn geholt hatten, mit anderen Mäusen nicht klar kam und diese immer bekämpfte. Dafür war er voller Zutrauen zu uns – meine Tochter konnte ihn sogar in der Tasche des Bademantels spazieren tragen. Wenn ich den Kleinen bei mir auf dem Sofa hatte, saß unser Hund daneben und hat ihm nichts getan, weil er ihn nach 2 Wochen Schwierigkeiten endlich als Familienmitglied akzeptiert hatte. An seinem letzten Tag war Jerry schon ganz schwer zu Fuß und bereits untertemperiert – trotzdem war es ein Schock für unsere Tochter und für mich, als der Kleine verstarb.


Am selben Nachmittag fuhren wir ins Tierheim – denn ich weigere mich strikt, Mäuse in der Zoohandlung zu kaufen. Erst einmal waren wir schockiert, wie viele Hunde, Katzen und Kleintiere das Tierheim Memmingen bereits vor Weihnachten beherbergte – denn nach Weihnachten geht die Abgabe von Tieren, die zu Weihnachten geschenkt wurden, an die Tierheime erst richtig los. Dann waren da viele, süße, kleine Mäuse – bei einer Mäusegruppe sah eine kleine Maus aus wie unser verstorbener Jerry. Somit war die Entscheidung, wer uns nach Hause begleitet, leicht – ein Käfig der Luxusklasse mit 4 Stockwerken sollte ja vollkommen ausreichend für die kleine Mäusegruppe sein.


Nach 3 Wochen waren die Mäuse etwas zutraulicher und kamen zum Betteln an den Käfig – denn Haferflocken müssen etwas ganz Tolles für Mäuse sein. 2 Wochen bevor Flecky, der Mäusepapa starb, zeigte er mir, wie gut er mit mir kommunizieren kann. Ich wollte den Mäusen etwas Gutes tun und jeder kleinen Maus eine Scheibe frische Karotte oder Möhre geben. Die beiden Söhne gingen Nase rümpfend davon – beim Mäusepapa Flecky rutschte mir die Karotte in den Käfig ins Heu, direkt neben ihn. Darauf nahm er das Karottenstück in seinen Mund und legte es mir demonstrativ direkt auf den Käfigrand. Meine Tochter, ihre Freundin und ich waren begeistert und fanden es total witzig, wie die kleine Maus mir so klar mitgeteilt hat – „Karotte mag ich nicht, die kannst Du wieder mitnehmen“.
Flecky war knapp 2 Jahre alt und auch bei ihm wussten wir, dass es bald zu Ende geht, da er immer mehr Schwierigkeiten beim Laufen hatte. Am Freitagabend war es dann dennoch ein Schreck, als der kleine Mäusepapa plötzlich tot im Käfig lag und seine Söhne ganz aufgeregt um ihn herum liefen. Nun hoffen wir, dass wir unsere beiden – Bobby und Gerry – noch für längere Zeit haben, denn die sind nur 5 Monate jünger als ihr Mäusepapa.
Auf jeden Fall kann ich allen nur raten, die Mäuse kaufen wollen, sich in den Tierheimen umzusehen – dabei wird neben dem Wunsch der Kinder gleichzeitig ein gutes Werk getan und einem Tier ein neues Zuhause gegeben. Vor allem aber sollte jeder vor der Überlegung Tiere zu kaufen – egal ob Hund, Katze, Maus oder andere Kleintiere – sich der Verantwortung bewusst sein und sich im Klaren darüber sein, dass damit auch Arbeit und Zeitaufwand verbunden ist.


